Kreuzweise – der Crossover Podcast

by Dave Remmel

ADHS Comics #001 – Neurodivergenz und Bürokratie

ADHSler haben ein Problem: Dranbleiben! Gerade im Bereich Gesundheit ist es in Deutschland schlimm, wenn man nicht unbedingt neurotypisch ist. Anträge sind der Horror für ADHSler, gerade wenn es nicht mit nur einem einzelnen Formular getan ist, sondern man diverse Formblätter ausfüllen und diverse Belege und Kopien beilegen muss…

Und das Allerschlimmste: Fristen!

Da frage ich mich dann immer: WARUM???

Warum muss es in Deutschen Behörden Fristen geben? Ich verstehe ja, dass sie nötig sind, wenn es darum geht, dass ich Geld ZAHLEN muss! Aber warum gibt es eine Deadline, wenn ich Geld von einem Amt fordere?
Es ist schon schlimm genug, dass Betroffene die unter ADHS leiden, in ihrem Leben Unsummen für Mahngebühren ausgeben, aber es muss nicht sein, dass man auch auf Geld das einem Zusteht verzichtet.
Es ist doch UNSER Problem, wenn wir das Geld einfach später bekommen.

Was mir in meinem Leben bisher am meisten wehgetan hat, war dass ich die Frist für Baukindergeld verpasst habe – um wenige Tage. Hatte alles eingereicht, Kaufunterlagen, Grundbuch, Einkommenserklärungen. etc. alles war da. Nur eine unterschriebene, formlose Erklärung, dass meine damalige Partnerin im Bewilligungszeitraum als Studentin nichts verdient habe, hat nicht ausgereicht. Das Amt hat eine Steuererklärung bzw. die daraus resultierende Steuer-Bescheinigung verlangt…
Haben wir machen lassen, Erklärung kam… Und wie es so ist… Prokrastination… aus den Augen, aus dem Sinn… Ich habe nicht mehr dran gedacht… Als mir der Antrag wieder in die Hände viel. war die Frist um weniger als eine Woche abgelaufen…

Dort Angerufen, gebittet, gebettelt… Keine Chance… 12.000 Euro weg!

Das muss sich ändern! Für körperlich Behinderte macht man alle möglichen Klimmzüge. Aber für Menschen mit psychischen Störungen gibt es sowas wie Barrierefreiheit nicht…

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